In den Mährischen Karst

Obwohl Jan und Zdeněk morgens um 7 das Haus verlassen müssen (Jesús und ich natürlich auch), bereiten sie noch ein Frühstück für alle. Herzlichen Dank, Jungs – das war Gastfreundschaft vom Feinsten!

Ich radele aus Olmütz, das auf Grund der frühen Uhrzeit hinter mir noch im Morgendunst liegt südwärts. Eine abgebaute Brücke auf meinem Weg sorgt für die erste Überraschung. Aber Reisen bildet ja nicht nur, es hält auch flexibel! Eine Alternative ist schnell gefunden und weiter geht es nach Prostějov hinein, als der Weg kurz vor dem Zentrum plötzlich auf einen kleinen Waldweg schwenkt, auf dem ein Eisvogel vor mir flüchtet. Was für ein Kontrast zu der stark befahrenen Straße, auf der ich kurz zuvor noch unterwegs war!

Olmütz (mit Starenschwarm) im Morgendunst

Hey, das sollte eigentlich mein Weg sein!

Sgraffito-Fassade in Prostějov

In Prostějov mache ich eine längere Kaffeepause, bei der ich auch den Blogeintrag von gestern erstelle. Weiter geht’s an der Burg Plumov vorbei, einem merkwürdig hohen und schmalen Gebäude, das aber malerisch oberhalb eines Stausees liegt. Das Ganze wird verständlich, wenn man erfährt, dass es sich um eine zwar großzügig konzipierte, aber unvollendet geblieben Adelsresidenz aus dem 17. Jhd. handelt. Ein Stück weiter sehe ich zum ersten Mal ein Eurovelo9-Schild. 1242 km weit musste ich dafür fahren!

Schloss Plumov

Nach 1242 gefahrenen Kilometern der erste Hinweis, dass ich richtig bin 🙂

Und jetzt geht es hinauf in den Mährischen Karst. Langsam windet sich der Weg asphaltiert und autofrei einem schmalen Tal folgend bis auf 625 m Höhe, von felsdurchsetzten, steilen Buchen- und Eichenhängen flankiert. Immer wieder werde ich von anderen Radlern, ohne, aber auch mit Motor überholt, die diese Strecke ebenfalls zu schätzen wissen. Ziemlich albern finde ich allerdings das elektrifizierte fat bike, das an mit vorbeibrummt wie eine Hornisse. Offenbar der Q7 unter den Fahrrädern! Gegen Ende wird der Weg zwar steiler, bleibt aber noch gerade so im Rahmen, dass ich ihn mit meinem Gepäck fahren kann.

Das darf ich zum Glück runter! Aber wer weiß, was danach kommt?

In Sloup angekommen, stellt sich die Frage, was weiter? Es ist früher Nachmittag und hier ist ein Zeltplatz. Der nächste ist gut 10 km weiter. Dazwischen liegen die Punkva-Höhlen, die ich mir unbedingt anschauen will. Und der Wetterbericht hat ein von Österreich herüber ziehendes Gewitter angekündigt, das in ca. eineinhalb Stunden hier sein soll. Danach soll es weiter regnen. Ich könnte das Gewitter bei der Höhlenbesichtigung „aussitzen“. Aber anschließend das Zelt im Regen aufbauen? Ich entscheide mich dafür, lieber das Zelt hier in Sloup im Trockenen aufzubauen und die Höhlen auf morgen zu verschieben.

Das Gewitter ist übrigens offenbar nicht durch den Zoll gekommen! Und auch vom Regen ist bisher nichts zu sehen.

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Viktor
4 Jahre zuvor

Respekt vor dem Höhenprofil! Und das ohne e-Unterstützung!
Nach der Tour bist Du bestimmt in Top-Form 🙂

Andreas Keller
Andreas Keller
4 Jahre zuvor

Sind die österreichischen Grenzkontrollen also doch zu etwas gut 😉