Do widzenia, Polska!

Nach 7 Grad Nachttemperatur bin ich froh, als morgens die Sonne herauskommt, den Mann wärmt und das Zelt trocknet (zumindest die eine Seite). Beim losfahren vergesse ich mal wieder, die Track-Aufzeichnung einzuschalten, was ich erst nach achteinhalb Kilometern merke, als ich in dem kleinen Ort Paczków (Patschkau) eine Kaffepause einlege. Kaffeepause? Schon nach achteinhalb Kilometern? Naja, das Frühstück war heute nicht so üppig und Kaffee geht eigentlich ohnehin immer – und mit einem Stück Kuchen besonders 🙂

Patschkau galt wegen seiner Altstadt und seiner nahezu vollständig erhaltenen Stadtmauer als das schlesische Rothenburg, heute als polnisches Carcassone. Aktuell ist es leider eine riesige Baustelle, aber wenn die abgeschlossen ist, wird sich der Besuch lohnen! Apropos Schlesien: Mittlerweile fahre ich nicht mehr durch Nieder-, sondern durch Oberschlesien.

Patschkau: das Glatzer Tor

ein Hauch von Carcassone: die Stadtmauer

Entlang der Sudeten, ein geologisch altes und einstmals mächtiges Gebirge, das die Erosion im Laufe der Jahrmillionen auf bewaldete Hügel zurecht gestutzt hat, geht es beständig weiter nach Osten. Mit Głuchołazy (deutsch: Bad Ziegenhals) habe ich den letzten Ort vor der tschechischen Grenze erreicht. Die letzten Złoty werden für einen Espresso und ein Eis ausgegeben (ok, auch noch für eine Dose Bier fürs Abendessen) und die allerletzten schenke ich einem Jungen auf einem Fahrrad, der sie erst nicht annehmen will. Erst, als ich seiner Mutter, die kurz darauf dazu kommt, zu verstehen gebe, dass ich nach Tschechien fahre und sie nicht mehr benötige, nimmt er an.

Allee mit Blick auf die Sudeten

tief verwurzelte Frömmigkeit drückt sich mitunter bereits an der Hauswand aus

der letzte polnische Espresso

Und plötzlich: Tschechien! Die Bahnübergänge sind auch nicht besser als in Polen, die Fahrradschilder jetzt gelb, die Nebenstraßen noch verkehrsärmer, aber besser asphaltiert, der Eurovelo 9 heißt jetzt 54 – am Anfang. Später wird eine 53 daraus und wie ich einer Karte entnehmen kann, ändert sich das noch einige Male. Ich bin gespannt, wann ich das erste offizielle Eurovelo-9-Schild sehe. Es geht beständig auf und ab, darin immer wieder kurze Klopfer von 8 – 10 Prozent Steigung. Ja, ihr Rennradfahrer, für Euch ist das ein Klacks, aber fahrt das mal mit einem für mehrere Wochen vollgepackten Reiserad! Dafür wird es landschaftlich immer schöner, je weiter ich ins Gebirge hinein komme.

An der Bělá Jesenická (auf deutsch: Ziegenhalser Biele)

Zur Feier des Tages übernachte ich mal wieder in einer Pension.

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Viktor
4 Jahre zuvor

Jetzt wird das Höhenprofil mal richtig interessant 🙂
VG
Viktor