Das Juwel der albanischen Berge

Dienstag, 9. Juni 2026

Auch heute Morgen werden die Berge wieder von makellosem Blau eingerahmt.

Kai und Ingo aus Hamburg, die ich gestern beim Abendessen kennengelernt habe, sind mit ihren Mountainbikes auf einer einwöchigen Balkantour. Sie fahren heute auch nach Dushaj hinunter und mit der Fähre über den Komansee. Während meine Tagesetappe dann in Koman endet, wollen sie noch bis Shkodra weiter. Das habe ich für morgen als eigenständige Etappe geplant. Die zwei sind halt Powerbiker, keine gemütlichen Reiseradler 😅

Aber auch die müssen der Straße ihre Aufmerksamkeit widmen, denn die wird immer wieder ausgebessert. Dabei wird der schadhafte Belag scharfkantig ausgefräst – wenn man da reinbrettert, kann das sehr unangenehm werden. Und offenbar wird erst einmal gefräst, bevor (Wochen später?) der Asphalt kommt.

Nach zwei Stunden Abfahrt mit nur wenigen Gegenanstiegen bin ich am Fähranleger, mit mehr als genug Zeitpuffer für einen Kaffee und einen Imbiss. Die Hamburger habe ich auf der Abfahrt noch zweimal getroffen, natürlich kamen sie immer von hinten und flogen nach ein paar Worten förmlich vorbei.

Am Fähranleger müssen die Autos rückwärts auf die Fähre einparken. Wer sich das nicht zutraut, für den übernehmen es die Fährleute. Schon faszinierend, wie die Profis die kleine Stellfläche auf der Fähre optimal nutzen. Das ist Tetris in Perfektion! Aber meine Bewunderung darüber hatte ich ja schon auf der Hinfahrt geäußert. Am Schluss bleiben zwar noch ein paar Plätze frei, aber das weiß man ja vorher nicht!

Kai und Ingo sind doch nicht auf der Fähre. Wahrscheinlich war ihnen 2,5 Stunden still sitzen zu langweilig und sie haben noch einen Graveltrack entlang des Sees gefunden. 😄

Wie anders das Wetter doch heute ist als bei meiner Hinfahrt! Vor drei Wochen habe ich bei 14 Grad, Wind und Regen gefroren, heute scheint die Sonne und es ist warm. Ich kann den See und seine Schluchten jetzt richtig genießen!

Auf dem Oberdeck (sonnengeschützt, aber rundum offen) sitzen nur Touristen. Wieso ich das glaube? Niemand raucht!

Dieser Koman-See ist wirklich ein Juwel der albanischen Berge. Natürlich muss die Schlucht, in der die Drina aufgestaut wurde, auch zuvor schon beeindruckend gewesen sein. Den Originalzustand kenne ich nicht, aber das, was ich sehe, wird mir einfach unvergesslich bleiben! Und klar, bei dem heutigen Wetter kommt das auch viel mehr zur Geltung als vor drei Wochen.

In der letzten Stunde kommt uns ein kräftiger Wind entgegen. Bei der Außentemperatur von 28 Grad sehr angenehm!

Die Straße hinunter nach Koman, die vor drei Wochen noch eine Schotterstraße war, ist jetzt frisch asphaltiert. So frisch, dass ich noch Teer einatme und durch die frische Schwärze auch von unten gegrillt werde. Egal, drei Kilometer hinter dem Fähranleger beziehe ich wieder das B&B Docaj, wo ich auch vor drei Wochen untergekommen war. Total liebe Leute, das Zimmer kann ich mir aussuchen und auch Abendessen bekomme ich hier. Heute muss ich mich nicht mehr bewegen! 😄

Nachsatz: Nach dem Abendessen kann ich mich auch nicht mehr bewegen!

Time:
9.6.2026, 08:53:4
Duration:
04:23:55
Ascent/Descent:
401 m 1255 m
Distance:
77.74 km

Fairerweise muss ich natürlich dazu sagen, dass von den 78 km 33 die Fähre erledigt hat!

5 Antworten auf „Das Juwel der albanischen Berge“

  1. Hi Thomas, wie schade, dass wir uns nicht mehr an der Fähre gesehen haben! Wir waren auf der Rozafa-Fähre (und nicht auf dem Gravel-Track 😉), wahrscheinlich bist du mit der Berisha-Fähre gefahren? Wir hätten dich gerne noch ein Stück in unserem Windschatten mitgenommen! Heute sind wir ab Koman noch gut 80 km über Shkoder in den Anstieg nach Theth gefahren und bauen jetzt (22:30) unsere Zelte auf

    1. … Schön, dich getroffen zu haben, viel Spaß bei deinen nächsten Etappen! Zum Glück war dein Blog leicht zu finden, so können wir deine nächsten Abenteuer auch so mitverfolgen! Alles Gute, deine Hamburger Jungs, Ingo und Kai

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