In den Schluchten des Balkan

Mein Gott, was für ein Frühstück! Wer soll das alles essen? Ich schaffe das jedenfalls nicht!

Zur Fähre muss ich dann noch gute hundert Meter hoch radeln – mit vollem Bauch. Bis zu 16% zeigt mein Neigungsmesser an! Zum Glück nur kurz und erst gegen Ende der Steigung.

An der Fähre angekommen, muss ich dann noch einen Euro „sport tax“ zahlen, dabei gilt das Ticket auch für mein Rad!? – Interessant! Das Einparken der Fahrzeuge läuft nach dem Tetris-Prinzip. Wirkt chaotisch, funktioniert aber irgendwie. Mein Rad wird einfach an die Reling gehangen – Vorteil des Gravel-Lenkers.

Da es inzwischen angefangen hat, zu regnen und die Temperaturen deutlich runter gegangen sind, setzte ich mich nach einem kurzen Aufenthalt auf der „Sonnenterrasse“ in den Aufenthaltsraum, der schnell überfüllt ist. Immerhin: ich habe noch einen Sitzplatz bekommen.

Der Koman-See staut den Fluss Drin, der hier durch eine tiefe Schlucht verlief. Auch heute, als Stausee, ist das beeindruckend. Zugegeben: der Beitragstitel „In den Schluchten des Balkan“ ist nicht nur bei Karl May geklaut, sondern auch irreführend. Denn das Balkan-Gebirge, in dem Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar die Spur des Schut aufnehmen, liegt in Bulgarien. Aber der Titel bot sich einfach an. Schade nur, dass heute das Wetter nicht mitspielt.

Nur 13 Grad. In Fierza setze ich mich erst einmal in die Hafenbar (klingt schauriger als es ist!), trinke einen heißen Tee und esse ein paar Pommes. So gestärkt kann es – in Regenklamotten – auf die Piste gehen.

Tetris aufgelöst – alle sind wieder von Bord.

Aber nicht lange. Es schüttet sich regelrecht ein. Die Vorhersage lässt kein gutes Wort am heutigen Tag. In Dushaj, gerade einmal vier Kilometer hinter dem Hafen, lacht mich ein Hotel an. Ich lache zurück – die nächste Unterkunft wäre 58 km weit entfernt, mit einem langen Pass dazwischen. Das mache ich dann lieber morgen bei (angekündigt) besserem Wetter.

Schöne Landschaft, aber Drisswetter!

So ist das eine ausgesprochen kurze Etappe geworden. Und das meiste davon hat auch noch die Fähre absolviert! 😄

Time:
19.5.2026, 08:01:
Duration:
03:22:04
Ascent/Descent:
201 m 117 m
Distance:
38.58 km

(Und nein, die Fähre ist nicht über Land gefahren, offenbar hat der Tracker an den engsten Stellen der Schlucht nicht genügend Satelliten erfassen können, um die Position zu triangulieren)

5 Antworten auf „In den Schluchten des Balkan“

  1. Lieber Tom,
    aktuell aus dem Limfjörd in Nord-Dänemark verfolgen wir deine Balkanradtour, tolle Landschaftsfotos, interessante Berichte. Wir wünschen dir für morgen besseres Radfahrwetter, Naturerlebnisse und weiterhin interessante Einblicke in die albanische Kultur.
    Viele Grüße
    Uli und Angelika

  2. „Wirkt chaotisch, funktioniert aber irgendwie“… hey, warum muss ich dabei an Griechenland denken, woher ich gerade zurück komme? Ist ja auch nicht weit weg… warum soll es in Albanien anders sein?
    Wird bestimmt nicht deine letzte Erfahrung diesbezüglich sein. LG, V

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