Am Rhein

Freitag, 21. – Samstag, 22. August 2026

„Ich bin wieder unterwegs.“

So sollte der erste Artikel dieser Reise eigentlich beginnen. Aber erstens ist das Präsens bereits ins Imperfekt gerutscht und zweitens stimmt „ich“ auch nicht, denn endlich bin, pardon: war ich mal wieder mit Uta auf Tour!

Anfangs der Tour bin ich nicht wirklich zum Bloggen gekommen und mittendrin anzufangen, hatte ich auch keine Lust. So kommt der Bericht jetzt also im Nachhinein, nicht als Tagesprotokoll. sondern etwas kompakter als sonst, aber auch in mehreren Artikeln.

Wir wollen (und ich schreibe jetzt doch weiter im Präsens, weil es für mich einfach besser passt) nach Hamburg und von da aus mit dem Zug wieder zurück nach Bonn. Der Zug ist auch schon gebucht, fährt aber erst in drei Wochen. Und deshalb nehmen wir nicht den direkten Weg, sondern fahren erstmal den Rhein aufwärts nach Süden, bevor wir auf den Main abbiegen und über Werra, Leine und Lüneburger Heide zum Hamburger Bahnhof wollen.

Start vor der Haustür
Start vor der Haustür

Wie 2009 starten wir direkt vor der Haustür. Das hat was! Keine feste Uhrzeit, zu der wir los müssen, weil wir sonst den Zug verpassen, in aller Ruhe das Rad packen und vielleicht doch noch einen Kaffee trinken, bevor es wirklich los geht. In Bad Godesberg halten wir kurz am Mineralbrunnen, wegen dem sich Godesberg überhaupt nur „Bad“ nennen darf.

Das Siebengebirge
Das Siebengebirge

Und schon sind wir am Rhein, dem wir jetzt etwa 140 km folgen werden. Nach zwei Monaten Hitze und Trockenheit hatte der Fluss historisch niedrige Pegelstände, die Schifffahrt musste größtenteils eingestellt werden. Zwei Tage Regen haben ihn immerhin wieder ein wenig aufgefüllt, aber es gibt immer noch auffällig wenig Schiffsverkehr.

Die Temperaturen sind angenehm, es gibt weder Höhenmeter noch Wind – es ist ein ganz gemütliches Cruisen am Fluss entlang. Ohnehin sind wir wie schon 2024 (Bodensee – Königssee) anstrengungsarm mit den Pedelecs unterwegs.

Die erste Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz in Brey hinter Koblenz. Wir kommen kurz vor dem ersten Regenschauer an, zu dem sich später auch ein paar Gewitter gesellen. Für das Wetter kann der Zeltplatz ja nichts, aber ein Manko hat er trotzdem: er liegt direkt an der Bahnlinie. Trotz Ohropax ist die Nacht eher anstrengend.

Dafür aber haben wir einen freien Blick auf die gegenüberliegende, wahrscheinlich schönste Burg des Rheintals: die Marksburg. Nicht umsonst ist sie seit über 100 Jahren Sitz der Deutschen Burgenvereinigung.

„Absteigen!“ werden wir in Boppard angeschnautzt, als wir uns der Fußgängerzone nähern. Nähern, wohlgemerkt! Und nochmal: „Absteigen!“ Dabei fahren hier sogar noch Autos. Das Fahrradverbot beginnt erst 15 Meter weiter. Eine unfreundliche Rossmann-Verkäuferin rundet unseren Eindruck von Boppard ab. Nix wie weiter!

Am Morgen ging es bereits mit feuchtem Zelt in den Tag. Auch von oben wird es nun immer wieder nass, während wir an Loreley, der Rheinpfalz bei Kaub und dem immer noch zu Fuß erreichbaren Bingener Mäuseturm vorbei radeln.

Als wir in Bingen aus dem Mittelrheintal herauskommen, wird das Wetter besser. Leider habe ich mir durch die fortwährende ungewohnte Sitzhaltung mal wieder Schultern und Nacken verspannt. Und langsam kriecht der Schmerz den Hinterkopf hinauf. Aber dagegen habe ich ja Ibuprofen mit. Habe ich? Hab ich nicht! Wie kann das denn sein? Ich hatte sie beim Packen doch definitiv in der Hand??? Und natürlich ist es Samstag Nachmittag! Mit viel Glück erwischen wir in Mainz noch eine Apotheke, 20 Minuten, bevor sie um 18 Uhr schließt!

So, nun aber auf den Campingplatz. Aber der ist wegen eines Festivals völlig ausgebucht, auch die Zeltwiese! Immerhin finden wir knappe zehn Kilometer weiter in Bischofsheim ein günstiges Self-Check-In-Hotel. Die Fahrräder kommen mit aufs Zimmer, nur mit Gas kochen ist im Zimmer nicht wirklich angesagt. Also gibt es nach Jahren mal wieder ein Essen bei Mäckes – was anderes hat nicht auf.

Time:
21.8.2026, 09:13:
Duration:
12:08:18
Ascent/Descent:
587 m 661 m
Distance:
173.96 km

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert