Am Hochrhein

Samstag, 24.06.23 bis Dienstag, 27.06.23

Schwer lastet die Hitze auf dem asphaltiertejn Radweg und den Menschen, die darauf unterwegs sind. Uns zum Beispiel. Wir sind jetzt den zweiten Tag unterwegs von Weil am Rhein nach Lindau, wo unsere eigentliche Tour, der Bodensee-Königssee-Radweg erst beginnt.

Hier, auf separatem Radweg entlang der Bundesstraße, lässt sich zwar gut fahren, es ist aber auch ein bisschen eintönig. Immerhin war und ist das nicht die ganze Zeit so. Die Mündung der Wehra, wo wir Enten, Schwäne und Teichhühner sehen, ist ein kleines ökologisches Paradies, das ich 2020 schon beschrieben habe, als ich die Rückrunde meiner Deutschland Süd-West Tour fahren wollte. Die ich dann abgebrochen habe, weil ich die Nachricht bekam, dass mein Vater im Sterben liegt. Genau drei Jahre ist das heute her. Und jetzt bin ich auf den Tag genau wieder hier. Merkwürdiger Zufall.

In Bad Säckingen, wo ich damals unter Pandemie-Bedingungen (weite Tischabstände, Personalien erfassen) ein Stück Erdbeertorte zum Cappuccino hatte, ist heute Brückenfest: die Holzbrücke, Wahrzeichen des Ortes, ist 450 Jahre alt!

Unsere Zeltplätze bis hierher sind ganz originell: in Luttingen übernachten wir auf der ehemaligen Straußenfarm. Ein paar der Vögel existieren zwar noch, aber ihre Lebenserwartung endet beim nächsten Schlachter. Ansonsten war Klaus, dem Betreiber, die (nebenberufliche) Arbeit irgendwann zu viel und er öffnete stattdessen sein „One Night Camp“. (Dass dabei auch seine Ehe den Bach runter ging, ist noch ein ganz anderes Thema).

In Jestetten zelten wir im Freibad. Ganz legal, das hatten wir auch auf früheren Radreisen schon mal. Ist günstig und Schwimmen ist inklusive!

Am Abend fahren wir noch nach Neuhausen, zu den „Rheinfällen von Schaffhausen“ (Etikettenschwindel – bis dahin sind es noch drei Kilometer!). Hier fahren wir zwar tags drauf ohnehin vorbei, aber jetzt haben wir das fotogene Abendlicht.

Der nächste Tag sieht uns durch Schaffhausen radeln und dann ländlich immer am Rhein entlang.
In Stein überqueren wir den Fluss und fahren auf der Schweizer Seite des Untersees nach Konstanz. Wie alles, was man in der Schweiz als Tourist zu sehen bekommt, sind die Radwege perfekt.

Konstanz ist eine Überraschung: Fahradstraßen führen uns perfekt in die Stadt. Offenbar werden sie von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Die Mengen, die hier unterwegs sind; das kann nicht nur an der „stadtradeln“-Aktion liegen, die hier gerade läuft. Nach einem Kaffee gönnen wir uns ein kurzes Sightseeing im Münster und in der Altstadt.

Eine Nacht auf einem Campingplatz in einem der diversen Fischbachs, die Deutschland aufzubieten hat, hier aber mit Bodensee-Zuschlag, ein Besuch im Zeppelin-Museum in Friedrichshafen, und wir sind in Lindau. 242 Kilometer liegen bereits hinter und, bevor unsere eigentliche Reise, der Bodensee-Königssee-Radweg beginnt.

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Viktor
11 Monate zuvor

Ein schöner Auftakt! Viel Spaß auf der „eigentlichen“ Tour wünsche ich euch.