Ohrid – Stadt des Lichts

27. Mai 2026

Stadt des Lichts – So ist zumindest die wörtliche Übersetzung des griechischen Namens „Lychnidos“. Das touristische Leben pulsiert in den Gassen der Stadt und natürlich am Hafen. Von hier starten die zahllosen Ausflugsboote auf den Ohridsee, der verkehrstechnisch keine Bedeutung hat, aber für den Tourismus so wertvoll ist wie für die Fischerei. Er ist das Habitat der endemischen und kulinarisch begehrten Ohridforelle, die aber wegen Überfischung mittlerweile nicht mehr kommerziell gefangen werden darf.

Auf dem Weg die Küste entlang zur Kaneo-Kirche bin ich nahezu alleine. Dort treffe ich dann allerdings auf die Touristengruppen, die von der Anlegestelle der Ausflugsboote hier herauf kommen.

Die Kirche des Heiligen Johannes von Kaneo (Sveti Jovan Kaneo) ist eine der vielen Kirchen, wegen denen Ohrid auch als „europäisches Jerusalem“ bekannt ist. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und steht malerisch auf einer Felsklippe über dem Seeufer.

Kirche Sv. Jovan Kaneo

Ich gehe weiter zu Samuels Festung, die den strategisch wichtigen Hügel über dem See dominiert. Von ihr existieren leider nur die Festungsmauern – das Innere ist zerstört – aber der Blick von hier oben auf Ohrid, über den See und auf die umliegenden Berge ist beeindruckend.

Dann besuche ich die mittelalterliche Klosteranlage des Hl. Kliment, in der damals vermutlich die Kleriker der bulgarischen Kirche ausgebildet wurden. Das Kloster wurde unter osmanischer Herrschaft zerstört. Die heute zu besichtigende Grabeskirche St. Kliment und Panteleon wurde nach dem Vorbild anderer Bauten der Region ab 2000 neu errichtet.

Gehen wir noch etwas weiter zurück in der Vergangenheit, kommen wir – zu den Römern? Ja, auch. Ohrid lag an der Via Egnatia, der ältesten und bedeutendsten römischen Verkehrsroute auf dem Balkan. Das Amphitheater, in dem sich die Römer vergnügt haben, wurde aber bereits in hellenistischer Zeit errichtet.

Hellenistisches Amphitheater

An den vielen Kirchen merkt man die christliche Dominanz in Mazedonien, aber auch den Islam gibt es hier, wenn auch bei Weitem nicht so stark vertreten wie auf der albanischen Seite. Als Beispiel besuche ich die Ali Pasha Moschee, deren Bau übrigens vom türkischen Religionsverband unterstützt wurde – wo der überall seine Finger drin hat!

So, das war’s für heute. Für morgen habe ich übrigens das Frühstück abbestellt. Ich will früh los, um unterwegs mehr Radler- als Strandtemperaturen zu haben, denn hier sind es mittlerweile auch mollige 26 Grad.

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