Fuelled by water, powered by burek, inspired by rakija

Sonntag, 24. Mai 2026

Dieser Spruch (der Titel dieses Posts) steht auf meinem Trikot. Er ist eine Abwandlung des offiziellen TransDinarica- Slogans, der sich auf Burek und Rakija beschränkt. Dazu später mehr.

Weil mein Hotel kein Frühstück anbietet, gehe ich zur Konkurrenz. Ich frage auch nach einem Orangensaft, obwohl der nicht auf der Karte steht. Aber: geht! Der Kellner verschwindet kurz Richtung Boulevard und flitzt kurz drauf mit einer Tüte voller Orangen wieder an mir vorbei. Eine Minute später bekomme ich meinen Saft, frisch gepresst. Was für ein Service!

Peshkopi am Morgen

Aus der Stadt heraus geht es auf einer neuen Asphaltstraße. Laut TransdDinarica gibt es die erst seit letztem Jahr und wie das immer so ist mit neuen Asphaltstraßen: sie lässt sich prima fahren, natürlich auch von Autos. Ich sehe es aber positiv: sie bügelt auch einige Höhenmeter weg.

Alle paar hundert Meter stehen Leute an der Straße und verkaufen Kirschen. Oder auch dieses Bild: eine Frau pflückt Kamillen am Straßenrand während der Mann Zigarette rauchend daneben steht. Tja, die Rollenbilder sind hier noch deutlich patriarchalisch orientiert.

Dieser Protzpalast ist ein Hotel – und offenbar beliebt

Die Sonne scheint, ich habe wieder etliche Höhenmeter vor mir und ich weiß, ich muss auf ausreichend Kalorien achten. Und da bietet sich eine Bäckerei am Weg an: ein Burek kommt ins Gepäck.

Eine Kilometer lange Abfahrt, bei der der Tacho auf der glatten Straße zeitweise bis 60 km/h hochschnellt, bringt mich in das Tal der schwarzen Drina. Der Fluss darf hier noch mäandrieren, wie er will und sich auch mal ein neues Bett suchen. Das ist alles sehr schön, aber die laute Straße ist und bleibt eine laute Straße. Und außerdem herrscht hier unten eine ganz andere Temperatur und Schwüle als in den Bergen. Ich werde mir mein Wasser einteilen müssen und jede Bar für eine Fanta oder Cola mitnehmen!

Die Schwarze Drina

Dann steht mir ein 13 km langer Aufstieg über 700 Höhenmeter bevor, jetzt zum Glück auf einer kleineren Straße mit nur wenig Autoverkehr.

Anfangs sind es noch 6%. Das empfinde ich ja mittlerweile als ganz angenehm, auch wenn ich mehr und mehr darüber nachdenke, die nächste Radtour in flacheren Gefilden durchzuführen. Aber dann kommt wieder so ein 13%-Klopfer. Ich steige ab.

Die Eidechsen, die immer wieder von meinen Füßen hin- und herflitzen, fühlen sich in der Wärme deutlich wohler.

Endlich mal ein wenig Schatten in einer steilen Straßenböschung. Den nutze ich gleich für eine kleine Rast.

Dann wieder eine Bar. Hier gibt es eine Cola im Schatten.

Und so hangele ich mich von Pause zu Pause, während über den Bergen Quellwolken aufziehen.

Ein Nachteil der neuen Straße ist auch dass es noch keine Schatten spendenden Büsche oder Bäume am Rand gibt. Obwohl das Thermometer nur 21° zeigt, fühlt es sich bergauf an wie 32.

Im Süden – meine Richtung – wird der Himmel dunkler. Einmal habe ich einen Donner gehört. Dabei ist es aber zum Glück geblieben und in fünf Kilometern bin ich ohnehin am Ziel für heute. Es gibt auch kaum noch Höhenmeter in dieser jetzt nur leicht begrünten Karstlandschaft.

Vereinzelt höre ich Glocken läuten und Schaf- oder Ziegenhirten rufen.

Zur Belohnung des Tages kommt noch mal eine Wahnsinnsabfahrt – wie lange wohl die Bremsbacken an den Scheibenbremsen halten?

Dann bin ich in Sebisht und finde eine Unterkunft. Hier werde ich auch gleich zum Essen eingeladen, werde gefragt, was ich trinken will und natürlich gibt es Rakija. Wobei: das ist das erste Mal auf dieser Tour, das mit das passiert!

Meine heutige Unterkunft

Interessante Gespräche schließen den Tag ab, bei denen es ganz schnell wieder um Politik und damit auch um Korruption geht. Aber das alles wiederzugeben, würde diesen Blog sprengen. Das machen wir dann mal mündlich – zumindest mit denen, die ich nach der Reise persönlich treffe und das sind ja immerhin einige!

Zum Abschluss hier noch ein paar Bilder aus Sebisht mit seiner traditionellen Landwirtschaft:

Time:
24.5.2026, 08:45:
Duration:
02:45:34
Ascent/Descent:
884 m 938 m
Distance:
43.92 km

2 Antworten auf „Fuelled by water, powered by burek, inspired by rakija“

  1. Wieder interessante Schilderungen über deine Begegnungen mit den dortigen Menschen, schöne Landschaftsbilder und eine beeindruckende sportliche Leistung und Kondition. Du hast meine große Hochachtung ! Weiterhin eine sichere Tour auch bei Anstiegen in schwüler Hitze und 60 km/h – Abwärtsfahrten.

  2. Schöne Landschaft, schöne Fotos! Besonders der Mohn vor den Bergen und der naturbelassene Fluss gefallen mir. Solche Landschaften kenne ich aus Nordgriechenland – ist ja auch nicht so weit weg…

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