Ganz unten

Mittwoch, 10. Juli

Büsum hat nach St Peter-Ording und Westerland die drittmeisten Übernachtungen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Groß geworden ist es ursprünglich durch die Krabbenfischerei. Das Pulen der Krabben war für die Büsumer Hausfrauen eine willkommene Nebenbeschäftigung. Mittlerweile werden die Krabben zum Pulen nach Marokko verschifft und dann wieder zurück transportiert. Durch die lange Transportdauer müssen sie dann auch mit Konservierungsstoffen versehen werden. Nicht sehr ökologisch das alles. Seit Jahrzehnten arbeitet man deshalb auch schon an Krabbenpulmaschinen. Die können aber immer noch nicht genau genug zwischen Schale und Fleisch unterscheiden, weshalb sie sich noch nicht vollständig durchsetzen konnten. Heute lebt Büsum in erster Linie vom Tourismus, wie bei einem Gang durch den Ort schnell klar wird.

Kilometerweit fahre ich nun bei Nieselregen und leichtem Gegenwind hinterm Deich entlang. Dann geht es, auch kilometerweit, entlang einer quasi unbefahrenen Straße, aber trotzdem auf separatem Radweg ins Land hinein Richtung Meldorf. Bei Kudensee, weniger Kilometer nordöstlich von Brunsbüttel, komme ich an den Nord-Ostsee-Kanal, dem ich eine idyllische Zeit lang folge. Mein Ziel ist eine kleine Gemeinde mit dem Namen Neuendorf-Sachsenbande.

Hier bin ganz unten. Tiefer geht’s nicht. Zumindest nicht in Deutschland. 3,54 m unter Normalnull. Ein Glück, dass das Meer weiß wo es hingehört.

Ganz unten – Duetschlands tiefster Landpunkt

Nun will ich nach Beidenfleth, auch so ein Name, den man normalerweise noch nie gehört hat. Aber hier gibt es ein aus einer Privatinitiative heraus entstandenes Kameramuseum. Das hat heute leider geschlossen, weil der Besitzer im Urlaub ist. Aber schon ein Blick in die sichtbar ausgestellten alten Schätzchen lässt einiges an Erinnerungen hochkommen: eine Movicon Doppel-8, mit der mein Vater verwackelte Filme drehte, auf denen ich als kleiner Steppke die Milchflasche ins Haus holte, eine Canon G3 QL, mit der ich während meiner Zivildienstzeit eine Woche im Verwall unterwegs war, und, und, und. Ach nee, schön! Fast müßig, zu sagen, dass es hier ausschließlich um analoge Kameras geht – keine digitalen, keine Smartphones!

Hier noch der nicht ganz vollständige Track von heute. Tatsächlich bin ich in Glückstadt – die Akkus des aufzeichnenden Navis waren schon vorher leer. Aber ihr wisst ja: es gibt auch noch das „P“ oben rechts

Time:
10.7.2024, 09:45:
Duration:
08:07:11
Ascent/Descent:
254 m 265 m
Distance:
83.52 km
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