Durch die Eifel

Mein Schlafplatz am Abend …

Ich schlafe im 1000-Sterne-Hotel! Als ich nachts aufwache, steht genau über mir der Große Wagen. Und über allem liegt eine berauschende Stille. Der Tanz-in-den-Mai-Trubel, der die umliegenden Orte erfasst hat, dringt nicht bis hier herauf. Mit Beginn der Dämmerung wache ich das nächste Mal auf. Die Sterne sind verschwunden, dafür liegt nun über allem ein dichter Nebel. Der erhoffte Blick auf die Gerolsteiner Dolomiten in der Morgensonne bleibt aus. Nebel heißt aber auch: es ist feucht. Und zwar alles! Das Fahrrad, die Gepäcktaschen, die ich gestern Abend in weiser Voraussicht geschlossen habe, aber auch der Schlafsack und so langsam dringt der klamme Tau auch durch den Reißverschluss. Trotzdem ist es drinnen noch wärmer als draußen. Und so bleibe ich zum Frühstück im Schlafsack.

… und am Morgen
Frühstück!

Ich fahre im Nebel durch Gerolstein, leider weiterhin ohne Blick auf die Kalkriffe, die das Devon-Meer hier vor über 370 Mio. Jahren abgelagert hat. Wenige Kilometer später in Ohm im Kylltal hat ein Restaurant bereits geöffnet, und jetzt bricht auch die Sonne durch. Ich mache eine Cappuccino-Pause, lege den Schlafsack zum Trocknen auf das Rad und erstelle meinen Blog-Beitrag.

Hausensemble in Hillesheim
Löwenzahn-Wiesen

Über Hillesheim geht es ins Ahbachtal und zum Wasserfall Dreimühlen, einem geologischen Kuriosum. Denn bis 1913 gab es den noch gar nicht. Durch den Bau des Eisenbahndamms, auf dem ich heute mit dem Fahrrad unterwegs bin (die Bahnstrecke ist längst wieder abgebaut), wurden mehrere Quellen mit kalkhaltigem Wasser in eine Abflussröhre kanalisiert. Der Kalk lagerte sich ab, Algen und Moose wuchsen darauf und wurden erneut von ausfallendem Kalk überschüttet. So ist der Wasserfall in 100 Jahren um etliche Meter ins Ahbachtal hinein gewachsen. Zwar ist der Wasserfall mit 6 m Höhe eher ein kleiner, aber in der Eifel durchaus außergewöhnlich und deshalb auch ein beliebtes Ausflugsziel, gerade am heutigen Mai-Feiertag.

Am Dreimühlen-Wasserfall

Ich fahre weiter ins Ahrtal. Das ist hier eigentlich eine Idylle mit einem mäandrierenden Flüsschen und zwitschernden Vögeln, wenn nicht immer wieder die auf der anderen Talseite hochdrehenden Motorräder diese in einen Trugschluss zerreißen würden.

Die junge Ahr
Weinberge unterhalb von Altenahr

Zwischen Fuchshofen und Schuld muss man mit dem Rad dann sogar ein paar Kilometer auf der Landstraße fahren, da hier noch kein durchgängiger Radweg existiert, aber ab Schuld sind Motor- und Fahrradverkehr wieder sauber getrennt. Nachdem ich um halb fünf bereits in Ahrweiler bin, beschließe ich, auf die geplante weitere Übernachtung zu verzichten und fahre direkt nach Hause durch.

Das Jägerhäuschen im Kottenforst – fast zu Hause!

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