Die Berge kommen näher

Warmshowers ist schon eine tolle Erfindung! Man lernt nette Leute kennen, kann sich natürlich übers Fahrradfahren austauschen und wird mit anderen Ideen und Hobbies konfrontiert. Dieses Mal also Lili und Konrad. Wieder ein herzlicher Empfang von Leuten, die man überhaupt nicht kennt, dazu Vollverpflegung und den besten Kaffee der Tour – Konrad ist ein Kaffeefreak, da wird jeder Kaffee einzeln und von Hand zubereitet – nix Vollautomat! Und da er auch noch ein Tüftler ist, röstet er auch selbst, mit eigens konstruiertem Röster und Raspberry-Pi-gesteuerter Temperaturregelung!

Konrad hatte noch gesagt, dass eine Variante des Eurovelo 9 durch die Stadt geht. Das hätte ich mir besser auf der Karte zeigen lassen sollen. Ich fahre mit Rückenwind über die Donauinsel, ohne Autolärm, aber einige Kilometer mehr. Und tatsächlich ist mittlerweile wohl die Donauinsel die Variante und die Trassenführung durch die Stadt der eigentliche Eurovelo. Wie gesagt: das ändert sich schon mal!

Schleuse am Kraftwerk Freudenau. Sowohl die Donau als auch die neue Donau werden mit Schleusen reguliert.

Hinter Wien tut sich landschaftlich nicht viel, so dass der Blick eigentlich immer nach rechts schweift, wo sich die Höhen des Wienerwalds zeigen. Abwechslung bringt kurz vor Wiener Neustadt eine Trockenrasenlandschaft, die natürlich prompt als Übungsplatz fürs Militär genutzt wird und wenige Kilometer weiter bereits einem großflächigen Kiesabbau zum Opfer fällt. Dafür sind Berge mittlerweile nicht mehr nur auf meiner rechten Seite zu sehen, sondern auch links und geradeaus. Trotzdem tuen sich weiterhin keine großen Steigungen auf!

Trockenrasen vor Wiener Neustadt

Die Berge kommen näher – links hinten Burg Seebenstein

Dank flacher Landschaft und mehr oder weniger Rückenwind komme ich heute dem Aufstieg zum Wechselpass schon recht nahe. Jetzt brauche ich nur noch eine Übernachtungsmöglichkeit. Zeltplätze sind hier allerdings mal wieder Mangelware, Zimmer im Gasthof auch, freie zumindest. Aber es gibt wunderbare Zeltwiesen am Weg. Ich frage einfach mal an einem Haus. Die Frau, die mir öffnet, ist aber nur die Katzenversorgerin, die Entscheidungskompetenz hat der Bruder, der leider nicht anwesend ist. Ein paar Wiesen weiter öffnet wieder eine Frau, die nichts dagegen hat, dass ich für eine Nacht zelte, allerdings gehören die Wiesen dem Bauer Leeb, der auf dem Berg wohnt. Auf den Berg will ich aber nicht mehr. Ich riskiere es und setzt mein Zelt in einen kleinen Zwickel der Wiese und hoffe, dass Bauer Leeb nicht sauer wird, wenn er mich entdeckt. Die nette Frau füllt mir immerhin meinen Wassersack, so dass ich kochen kann. Und jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, kommt auch der Regen, der ursprünglich für den ganzen Tag angekündigt war. Schwein gehabt!

auf Bauer Leebs Wiese

Dieser Kaventsmann wollte mit mir zelten!

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Andreas Keller
Andreas Keller
4 Jahre zuvor

Hallo Thomas,
Das ist wohl dieser hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Japanischer_Eichenseidenspinner
Viele Grüße
Andreas