Sandsturm oder was?

In Waliszczewo am See

Waliszczewo – das war bisher der idyllischste Platz, an dem ich übernachtet habe. Und so habe ich es auch heute Morgen nicht eilig, hier abzubrechen, zumal es nach Posen ja wohl nicht so weit ist. Lange sitze ich noch mit einem Becher Tee in der Hand und schaue auf den See. Aber irgendwann ist dann doch alles gepackt und das Rad und notgedrungen auch ich zur Abfahrt bereit.

Unterwegs ein Freilichtmuseum, das heute leider geschlossen hat.

Was letztens bereits für die Äpfel galt, gilt auch für die Mirabellen!

Einige Kilometer nachdem ich den kleinen Zeltplatz verlassen habe, denke ich auch endlich daran, die Track-Aufzeichnung einzuschalten. Wer sich die Karte unten anschaut, muss sich den Weg also ab Waliszczewo vorstellen 🙂 Heute geht es dann immer wieder an Seen vorbei, wenn auch teils über abenteuerliche Wege. Von daher ist es vielleicht ganz gut, dass es heute nicht so weit ist. Im Wald sind die Wege meist sandig, teilweise kiesdurchsetzt, aber dafür schattig. Und auch hier gibt es immer wieder wilde Apfel- und Mirabellenbäume, die die Nase mit dem süßen Duft ihrer reifen Früchte betören. Auf jeden Fall bin ich hier ganz alleine unterwegs. Sand und Geröll – vermutlich fahre ich hier auf der Grundmoräne der letzten Eiszeit herum. Und tatsächlich bestätigt sich die Vermutung, als an einem Parkplatz (!) plötzlich dekorativ ein Findling herumliegt.

Sobald ich aus dem Wald heraus bin, erwischt mich der Wind, der laut wetteronline.de heute mit 37 km/h wehen soll, voll von vorne. So gesehen fahre ich also nicht 10 km/h, wie der Tacho zeigt, sondern fast 50! Nur 37? Gefühlt ist das eher doppelt so viel. Von den Äckern wird der Staub aufgewirbelt und über den Weg gepustet. Was zunächst noch sportliche Herausforderung war, wird langsam zur Qual. Sand überall! Unter der Reifen schwimmt er, in den Augen juckt er und zwischen den Zähnen knirscht er!

Sand überall!

Fehlt hier nicht etwas? (nur zur Erinnerung: das ist die Route des EuroVelo 9)

Auch wenn die heutige Etappe vielleicht nicht so lang ist, ist es aber die schwierigste und vor allem anstrengendste Etappe dieser Tour bisher. Und so bin ich froh, als ich endlich in Posen / Poznan angekommen bin, wo ich mir ein wenig die Stadt und die Kathedrale anschaue, bevor ich mich mit Andrej, meinem warmshowers-Host treffe. Mit einem gemeinsamen Abendessen und ein, zwei Bier lassen wir den Tag ausklingen. Ach ja, und es war natürlich trotzdem länger als gedacht!

Die Kathedrale von Posen hat eine über 1000jährige Geschichte

Im Innern der Kathedrale – schlicht, aber schön!

Das Rathaus von Posen

Die bunten Häuser am Posener Markt

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Viktor
4 Jahre zuvor

He-he 🙂 Das Bild „Fehlt hier nicht etwas? “ erinnerte mich an meine Erlebnisse auf dem Europäischen Fernwanderweg E4, siehe http://my-greece.s3-website-eu-west-1.amazonaws.com/2015-Peloponnes/images/029-Vouraikos-Wanderung.jpg
Mach weiter so…
VG
Viktor