An die Schweizer Grenze

Der Ruhetag tut gut, auch wenn es immer noch heiß und schwül ist. Nachdem Lena mir ein paar Highlights von Freiburg gezeigt hat, geht sie zur Uni und ich steige in den Zug nach Lahr, um Sven, einen ehemaligen Kollegen zu besuchen. Der Zug ist klimatisiert – welche Wohltat!

Am Abend gehen Lena und ich zum Essen in “Omas Küche”, anschließend führt sie mich noch auf einen Aussichtspunkt oberhalb von Freiburg, von dem aus wir das herannahende Gewitter beobachten. Als es immer näher kommt, hasten wir zur Bahn und sind mit den ersten Regentropfen im Wohnheim. Draußen fallen Fluten vom Himmel, bald schon hört man die ersten Martinshörner.

Abends oberhalb Freiburgs

Der folgende Tag sieht mich wieder auf dem Rad Richtung Weil am Rhein, meiner nächste Station bei Bettina und Udo, praktischerweise nur eine knappe Tagesetappe entfernt. Ich überlasse die Wegfindung dem Navi und wundere mich irgendwann, dass ich nur noch an der B3 entlang fahre, ziemlich eintönig und vor allem laut. Ich biege ab nach Neuenburg und weiter zum Rheinradweg, auf dem Uta und ich 2015 ein Stück weit unterwegs waren, wenn auch in Gegenrichtung. Die Strecke bietet zwar auch wenig Abwechslung, verläuft aber immerhin ruhig durch grünen Auenwald, nur das Knirschen des Weges unter den Reifen ist anfangs zu hören. Dafür gibt es viele abgeschlagene Äste und Zweige auf dem Weg. Auch hier muss gestern einiges herunter gekommen sein.

Südschwarzwald zwischen Freiburg und Weil a. Rh.
Auch hier hat sich wohl gestern ein Unwetter ausgetobt!

Ich fahre genau in die Richtung, in der der Himmel am dunkelsten ist. 10 Kilometer vor Weil fallen vereinzelte Regentropfen, 5 Kilometer vorher ist es so viel, dass ich zumindest schon mal die Gamaschen über die Schuhe und den Regenschutz über den Helm ziehe. Aber erst als ich bei Bettina und Udo im Haus bin, prasselt es so richtig los. Mal wieder Glück gehabt!

Abends fahren wir zu dritt noch eine Drei-Länder-Tour um das Drei-Länder-Eck bei Weil: Über Frankreich geht es in die Schweiz, wir trinken ein Bier am Rhein in Basel und radeln zurück nach Deutschland.

Total distance: 65 km
Max elevation: 268 m
Min elevation: 213 m
Total climbing: 442 m
Total descent: -442 m

Der nächste Tag bringt – wie der Wetterbericht versprochen hatte – Regen, Regen und Regen. Ich fahre mit dem Zug zu Brigitte ins Aargauer Muri. Diesen Ausflug in die Schweiz hatte ich ebenfalls fest eingegeplant, wenn auch eigentlich mit dem Rad. Bei einem Blick aus dem Zugfenster bin ich aber froh, das Verkehrsmittel gewechselt zu haben. In einer Regenpause, die mehr verspricht als sie hält, machen wir einen Spaziergang auf einem Höhenweg, von dem aus man normalerweise die Alpen sehen kann. Heute sieht man vor allem Wolken. Aber man kann den Rest des Tages ja auch gut mit Kuchen essen und Wein trinken verbringen!

Am folgenden Morgen scheint wieder die Sonne. Klar, Brigitte muss ja auch arbeiten! Ich werfe noch einen Blick in die spätbarocke Klosterkirche des 1027 von den Habsburgern gestifteten Klosters Muri, die Brigitte mir gestern bereits kurz gezeigt hatte. Hier in Muri sind die Herzen (und nur die!) des letzten österreichischen Kaiserpaares begraben, weshalb Mitglieder der Hauses Habsburg noch heute alljährlich die Familien-Grabstätte besuchen.

Kloster Muri
Die Kuppel der Klosterkirche
In der Klosterkirche
Was es alles gibt – gesehen in Lenzburg

Der Zug bringt mich wieder zurück nach Basel, das ich ebenfalls noch mit der Kamera erkunde. Überraschend, dass Basel kleiner als Freiburg ist! Schöne alte Bausubstanz gibt es aber allemal. Insbesondere die Rheinseite mit ihrer geschlossenen, mehrstöckigen Bebauung um Universität und Kathedrale ist ein Highlight. Schön auch die aus dem 13. Jh. stammende und 1903 erneuerte Mittlere Rheinbrücke, deren fantasieloser Name im Gegensatz zu ihrer Erscheinung steht.

Hier noch einige Impressionen aus Basel:

Ach ja, die Schweiz ist schon ein schönes Reiseland, wenn sie nur nicht so teuer wäre. Nicht mehr lange und es herrscht Parität zwischen Schweizer Franken und Euro. In meiner Jugend gab es die zwischen Franken und DM!

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Viktor
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Gutes Feature, die kleine Diashow!
Grüße von Rheinkilometer 684! 🙂