Fr, 02.10.2015: Matreier Tauernhaus – Villgratenkees – Zeigerpalfen – Matreier Tauernhaus

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Nach dem anstrengenden Tag gestern haben wir heute etwas länger geschlafen, etwas später gefrühstückt und steigen nun etwas gemütlicher (und nur mit Tagesrucksack) auf dem Talwanderweg an Außergeschlöß (gut platziert auf einer Talstufe) vorbei nach Innergschlöß, wobei wir unterwegs an einem steilen Felsen knapp über dem Fluss Wasseramseln beobachten können! Während wir im Gasthaus ein zweites Frühstück mit Kaiserschmarrn (Leo) und Mohnkuchen (ich) einnehmen, verfolgen wir, wie gegenüber eine Baugrube per Sprengung ausgehoben wird, damit ein Haus im Talboden, dessen Besitzer wohl ständig über nasse Füße klagten, um 10 Meter höher und damit ins Trockene versetzt werden kann.

Innergschlöß

Frisch gestärkt, folgen wir dem Viltragental bis dorthin, wo der Venediger-Höhenweg in den St. Pöltener Westweg übergeht – hier hatten wir gemäß unserer ursprünglichen Tourenplanung eigentlich herunterkommen wollen. Wo  mal das Viltragenkees war, füllt heute ein Fluss aus Steinen das Tal. Wir folgen dem St. Pöltener Westweg zunächst über Gletscherschliff und vorbei an einer Schafherde, bis er sich zu einem fantastischen Panoramaweg öffnet. Auf der Höhe lässt sich auch die Sonne wieder blicken.

Der “Steinfluss” (Viltragenkees)

Blick zum Untersulzbachtörl

Wir schauen, sehen Gämsen und bummeln gemütlich weiter. Zu sehr eigentlich, denn mittlerweile ist es halb vier. Bei nächster Gelegenheit – und die ist am Zeigerpalfen auf 2.506m Höhe – steigen wir wieder ab Richtung Innergschlöß über einen offenbar wenig begangenen Weg. Leos Knie mögen’s mal wieder gar nicht, aber wir kommen trotzdem flott runter.

Am St. Pöltener Westweg

Leo spekuliert auf das Gletschertaxi, das die kleinen Weiler im Hochtal  mit dem Mattreier Tauernhaus verbindet. Es fährt auf Anforderung, kostet aber € 15,- für den angeblich einstündigen Fußweg. Wir verlängern die Stöcke, schalten auf Nordic-Walking-Modus und sind 45 min. später im Tauernhaus. Die 15 Euro investieren wir lieber in ein Bier (oder zwei), um auf die Tourenwoche anzustoßen, die zwar nicht so rund wurde wie erhofft, aber komplett regenfrei blieb und trotzdem – wie eigentlich immer – viele Eindrücke, schöne Erlebnisse, viel Einsamkeit, gute Gespräche, wohlige Erschöpfung und das Gefühl von erlebter Freiheit brachte.

19,1 km → 1.080 Hm ↑ 1.080 Hm ↓