Do, 01.10.2015: Matreier Tauernhaus – Wildenkogelscharte – Matreier Tauernhaus

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Das Matreier Tauernhaus

Das Prinzip der Müslimühle habe ich wohl noch nicht verstanden: Als ich daran drehe, fällt das Müsli statt in einfach hinter meine davor gehaltene Schale und hinterlässt einen entsprechenden Haufen auf dem Buffet. Peinlich! Zumal wir die ersten Frühstücksgäste sind. „War ich nicht“ wirkt also nicht überzeugend!

Eine gute Stunde später sind wir draußen. Bis zur Badener Hütte sind es unter normalen Bedingungen 7 std.  Es sind aber keine normalen Bedingungen, weshalb wir so früh wie möglich los wollten.

Wolken hängen im Tal, es ist kalt und kleine weiße Sternchen fliegen waagrecht und scheinbar ziellos durch die Luft. Sobald wir im Wald sind, ist es nicht mehr ganz so ungemütlich. Duch den steilen Aufstieg wird es warm, aber trotzdem nicht warm genug, dass Shirt, Hemd und Anorak reichen würden. Bald wechsle ich das kurzärmelige Odlo gegen das langärmelige Icebreaker aus Merinowolle, das Käppi wird gegen den flauschigen Winter-Buff getauscht und so geht es ohne Gänsehaut weiter.

Wasserfall am Löbberbach

Oberhalb des Waldes gelangen wir an einen herrlichen Wasserfall aus zwei aufeinanderfolgenden Kaskaden, deren untere wie ein Pferdeschweif geformt ist. Den Auslauf des Löbbensees, der den Wasserfall speist, bilden zwei eng beieinander stehende Wände, zugleich ein Windkanal ersten Ranges, durch den es ordentlich hindurch pfeift!

Über dem Wildensee betreten wir schließlich ein glitzerndes „Eisparadies“ voller gefrorener Wasserfälle, Stalaktiten und Bäche, die leider auch quer über den Weg gehen. Mit Vorsicht und Stockeinsatz kommen wir weiter, wenn auch langsam. Mit der Höhe nimmt der Schnee wieder zu. Vereinzelt erkennen wir noch Markierungen und auch eine max. einen Tag alte Abstiegsspur hilft uns bei der Orientierung.

Das „Eisparadies“ – nur dumm, wenn man ohne Steigeisen unterwegs ist!

Um halb zwei sind wir auf der Wildenkogelscharte und erhaschen einen kurzen Blick auf den Großvenediger, dann ist der Wolkenvorhang schon wieder zu. Der Weiterweg ist nicht mehr gespurt, keine Markierungen mehr zu sehen und wir haben erst zwei Fünftel unseres Weges hinter uns, obwohl bereits die Hälfte der bis zur Dämmerung verfügbaren Zeit herum ist. Wir entschließen uns zur Umkehr; das Risiko, bei diesen Verhältnissen und in solchem Gelände in die Dunkelheit zu geraten, ist uns zu groß!

Unter der Wildenkogelscharte

Abstieg im diffusen Licht

Also die erreichten 1.400 Höhenmeter wieder hinunter! Leos Beine und insbesondere die Knie finden das nicht besonders lustig. Um halb sieben sind wir wieder am Tauernhaus und beziehen unser Zimmer erneut.

10,3 km → 1.358 Hm ↑ 1.358 Hm ↓

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