Ruhetag

Montag. 11. Juli

Was macht man denn so an einem Ruhetag – außer Ruhe halten? Naja, das eigentlich gerade nicht. Nur, das ich halt mal einen Tag nicht mit 15 Kilo auf dem Rücken durch die Gegend laufe.

Konkret gab es drei Dinge zu tun:

1. Wäsche waschen

Und das gleich zweimal: erst das, was ich gerade nicht an hatte und dann das andere 😊 – s. dazu das letzte Foto im letzten Beitrag.

2. Überflüssigen Kram zurück schicken

Brauch ich nicht mehr!

Ja, den gab’s doch tatsächlich noch, und nicht zu wenig. Folgendes seht ihr auf dem Foto:

Obere Reihe v.l.n.r.: warme Sachen: Daunenjacke, Langarmshirt, Leggins, Handschuhe.

Die 10-Tage-Wetter-Prognose sagt durchwegs Sonne und Temperaturen um die 30 Grad voraus. Gleichzeitig nehmen die absoluten Höhen, in denen ich mich aufhalte, langsam ab. Auch nachts ist es nicht mehr wirklich kalt (außerdem habe ich da noch meinen Daunen-Quilt). Und das kann sich meines Erachtens nach den 10 Tagen Richtung Mittelmeer auch nicht mehr substanziell ändern. Mir bleiben immer noch zwei Kurzarm-Shirts, ein langärmeliges Hemd und eine Windjacke.

Untere Reihe v.l.n.r.: Regensachen: Regenhose, Rucksack-Regenschutz, Regen-Überziehhandschuhe

Wie gesagt: kein Regen in Sicht und sollte das Richtung Mittelmeer doch nochmal passieren, erwarte ich eher heftigen statt Nieselregen. Dann habe ich ohnehin den Regenponcho auch über dem Rucksack, die Hose wird kurz sein, Beine und Füße werden dann halt nass, trocknen aber auch schnell wieder.

Rechts außen, v.o.n.u.: Microspikes, Gamaschen, Spülschüssel, Salz

Die “Mini-Steigeisen” waren für den Aneto gedacht, sind aber nicht zum Einsatz gekommen. Mehr Eis und Schnee ist nicht zu erwarten.
Die Spülschüssel hatte ich aus ökologischen Gründen mitgenommen, um nicht direkt in einem Gewässer spülen zu müssen. Tatsächlich nutze ich aber ohnehin immer meinen Kochtopf, der ja auch gespült werden muss und kann das Brauchwasser dann weit genug von Bach oder See entfernt ins Gelände schütten (dass ich eine biologisch abbaubare Reiseseife verwende, versteht sich von selbst).
Das Salz war gedacht, um z. B. Couscous zu salzen. Da ich aber nur Fertiggerichte zubereite, hat sich auch das erledigt.

Macht zusammen 1,7 kg weniger auf dem Rücken!!!

3. Vorräte nachfüllen

Happi, happi. Mjam, mjam!

Und das ist nun gewichtstechnisch wieder kontraproduktiv, muss aber sein. Die “Beute” des heutigen Tages seht ihr auf dem Foto, wobei ein Großteil des Obstes den heutigen Tag nicht überlebt 😉. Aber ich habe es tatsächlich auch riskiert, Schokolade zu kaufen. Drückt mir die Daumen, das die in Form bleibt, wenn ich sie tief genug im Rucksack verstecke, wo die Sonne sie nicht findet!

4. Neue Schuhe kaufen

Was? Schon wieder? Ja, das ist tatsächlich das vierte Paar, dass ich auf der Pyrenäen-Überschreitung trage (peinlich). Die (eigentlich neuen) Merrel haben leider nicht lange gehalten. Auch wenn sie den Fuß fester umfasst haben als die Merrel des letzten Jahres, entpuppte sich die Sohle als ausgesprochene Schwachstelle, da nicht aus einem Stück, sondern mit “Sollbruchstellen” zwischen Fuß und Schuhrand versehen, was ich beim Kauf nicht wirklich registriert habe. Vor vier Tagen ist ein Stück des Außenrandes förmlich weggebrochen (was mich auch eine Schienbein-Prellung gekostet hat).

Das soll so geigentlich nicht aussehen!

Meine abenteuerlichen, letztlich aber ergebnislosen Reparaturversuche könnt ihr unten sehen. In den letzten vier Tagen habe ich immer mehr Stellen beobachtet, die sich auch schon “in Stellung brachten”. Die Schuhe habe ich ebenfalls nach Hause geschickt. Vielleicht kann ich sie ja noch kleben und dann zumindest bei der abendlichen Hunderunde auftragen.

Morgen geht’s dann jedenfalls mit brandneuen Scarpas los. Wieder ein Trailrunner, aber mit durchgehender Sohle und umlaufendem Gummirand, der ihn hoffentlich etwas unempfindlicher gegen seitlichen Felskontakt macht. Und kein GoreTex-Schuh. Wie sich gezeigt hat, ist das bei diesen Temperaturen absolut kontraproduktiv, da die Membran eben keinen Dampf mehr durchlässt, wenn es draußen auch nicht deutlich kälter ist als drinnen. Die Folge sind permanent feuchte Füße und dann Blasen!

Ich freu mich jedenfalls, wenn es wieder weiter geht!

3 Replies to “Ruhetag”

  1. Bist du denn in 10 Tagen schon am Ende der gesamten Tour??? Mit Scarpa ohne Goretex wird es (sich) bestimmt prima gehen. Was kann jetzt schon noch passieren, worauf du nicht vorbereitet bist! Na ja, die anrollende Hitzewelle… Doch die besiegst du auch noch-klar!!! Viel Glück und nur angenehme Überraschungen wünscht dir Christa

    1. Wenn ich in 10 Tagen schon am Mittelmeer sein wollte, müsste ich joggen 🙂 Es werden eher noch gute 20 werden. Aber dann bin ich schon so weit östlich, das ich keine wirklich kalten Nächte mehr erwarte.

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