Ausrüstungs-Änderungen

Im Juli geht es an die Fortsetzung meiner Pyrenäen-Überschreitung. Mit den Erfahrungen vom letzten Jahr habe ich ein paar Ausrüstungsgegenstände ausgetauscht, hinzugenommen oder weggelassen. Dabei hatte ich zwei Ziele:

  • noch mehr Gewicht einsparen, weil: je weniger ich tragen muss, desto leichter geht’s.
  • auch im Zelt komfortabler schlafen, weil: je entspannter die Nacht, desto leistungsfähiger der Tag.

Das Problem dabei ist: die Ziele widersprechen sich eigentlich! Mehr Komfort will getragen werden. Gewicht abspecken heißt aber reduzieren oder verzichten. Also muss das Mehrgewicht beim Komfort an anderer Stelle wieder eingespart werden! Zum Glück war ausrüstungstechnisch noch Luft.

Hier also die einzelnen Veränderungen zum letzten Jahr:

Rucksack Osprey Exos 48

Rucksack: Osprey Exos 48

Was mich am Osprey zuerst fasziniert hat, sind die seitlichen Fächer, die ich immer für meine Trinkflaschen nutze. Hä? Haben doch alle Rucksäcke, oder? Ja, nur diese sind nicht nur von oben, sondern auch schräg vom Rücken her zu beladen. Dadurch komme ich problemlos an die Flaschen, ohne den Rucksack absetzen zu müssen. Was aber noch wichtiger ist: der Rucksack sitzt viel besser am Körper als mein bisheriger Deuter, vor allem im Schulterbereich, wodurch die Lastverteilung deutlich günstiger ist.

Aspekt: Gewicht / Komfort
Gewichtseinsparung: 490g

Rucksack-Regenschutz: Deuter

Im letzten Jahr habe ich auf eine separate Regenhülle verzichtet. Wenn es regnet – so die Idee – habe ich eh das Cape auf, das auch über den Rucksack geht. Tatsächlich hatte ich das Cape aber nicht auf, wenn es nur leicht regnete, wobei auch leichter Regen mal länger dauert oder irgendwann intensiver wird. Und wann ist dann der Zeitpunkt gekommen, doch das Cape überzuziehen? Jedenfalls wurde der Rucksack trotzdem immer mal wieder feucht (bis nass). Also dieses Mal doch mit.

Aspekt: Komfort / Sicherheit
Mehrgewicht: 80g

Liegematten ThermARest NeoAir (links)
und SeaToSummit Etherlight (rechts)

Liegematte: SeaToSummit Etherlight XT

Die Matte ist 10 cm dick, das sind gegenüber meiner bisherigen ThermARest NeoAir 2 cm mehr. Wenn die Dicke in direktem Verhältnis zur Entspannung steht, sind das also gleich mal 25% mehr Schlafkomfort! Außerdem wirbt SeaToSummit damit, dass ihre “Air Sprung Cell”-Technologie eine punktgenaue Anpassung an den Körper bringt – ähnlich einer Taschenfederkernmatratze. Auf meiner Kurz-Radtour im März habe ich die Matte erstmals ausprobiert und war extrem begeistert! Sie wiegt zwar 80 Gramm mehr als die alte, aber dafür spare ich mir den separaten Pumpsack, der ist nämlich im Packbeutel integriert.

Aspekt: Komfort
Mehrgewicht: 52g

Kopfkissen: Cocoon Microlight

Bisher habe ich immer die Daunenjacke in einen Packbeutel gestopft und als Kopfkissen benutzt. Nachteil: im Laufe der Nacht liegt sich das platt, obwohl ich einen wasser- und damit auch einigermaßen luftdichten SeaToSummit Ultra-Sil Dry Sack benutzt habe. Jetzt also ein aufblasbares Kopfkissen, das durch mehrere Kammern auch einigermaßen formstabil ist. Auch hier: erste positive Erfahrung im März!

Aspekt: Komfort
Mehrgewicht: 48g

Microspikes Chainsen Snowline

Steigeisen: Chainsen Snowline Trail

Bei Firn und Eis (sollte es das frühmorgens geben) sind ein paar Krallen unter den Füssen sinnvoll. Klassische Steigeisen scheiden aus, weil ich wieder mit Trailrunnern laufen werde. Also werden es sog. “Microspikes”, eine Kombination aus Schneekette und Steigeisen und mit einem festen, aber elastischen umlaufenden Gummi versehen, der über die Schuhe gestülpt wird und auch bei weicheren Schuhen für einen festen Sitz sorgt. Die Spitzen sind kürzer und sitzen auch nicht so weit außen wie bei klassischen Steigeisen, bieten also auch nicht ganz so viel Grip. Aber wie schon bei den Trailrunnern im Vergleich zu Trekkingstiefeln gilt auch hier: das potenziell größere Risiko muss man durch bewussteres und aufmerksames Gehen kompensieren!

Aspekt: Sicherheit
Mehrgewicht: 200g

Zelt Gossamer Gear The One

Zelt: Gossamer Gear The One

Eigentlich, dachte ich, wäre ich mit meinem nur gut 1,3kg leichten Big Agnes schon bei der Ultima Ratio des Zelt-Leichtbaus angekommen. Aber weit gefehlt! Denn: warum braucht ein Zelt ein Gestänge, wenn man mit Wanderstöcken unterwegs ist? Im letzten Jahr hatte ich bereits Suvis Ultralight-Zelt bewundert. In diesem Jahr habe ich nun selber eins. Und definitiv keine Hundehütte: die Stöcke werden auf 1,25m ausgefahren, sodass ich in dem Zelt auch bequem sitzen kann! Da ich auch die 262g schwere Plane zum Schutz des Zeltbodens durch eine dünne, aber feste Folie ersetzt habe. kommt hier Einiges an Gewichtsersparnis zusammen!

Aspekt: Gewicht
Gewichtseinsparung: 949g

GPS-Tracker Spot Gen4

GPS-Tracker: Spot Gen4

Im letzten Jahr war ich einmal vier Tage ohne Mobilfunkempfang und Uta hat dementsprechend lang nichts von mir gehört. Sie machte sich bereits Sorgen, als ich sie kurz vor Gavarnie wieder per Handy erreichen konnte. Ihr zuliebe nehme ich also in diesem Jahr einen GPS-Tracker mit, der ihr regelmäßig meine Position per Satellit übermittelt und über den ich auch kurze, standardisierte Nachrichten wie “alles ok” oder “Tagesziel erreicht” versenden kann.

Aspekt: Sicherheit
Mehrgewicht: 142g

Summa Summarum:

Mehrgewicht: 522g
Einsparungen: 1.439g

Zusammen mit einigen kleineren Veränderungen, die ich oben nicht aufgeführt habe, z.B. bei Handtuch oder T-Shirt komme ich auf eine Nettoeinsparung von 995g, sodass mein Basisgewicht (also ohne Essen und Trinken) jetzt bei 11 Kilo liegt. Das ist sicher kein Spitzenwert, aber wieder eine Erleichterung. Ein Kilo weniger ist ein Kilo weniger! Und wie ich schon letztes Jahr gesagt habe: z.B. auf die Kameraausrüstung werde ich definitiv nicht verzichten!

6 Replies to “Ausrüstungs-Änderungen”

  1. Danke für die Tipps. Kannst bitte du den genauen Produktnamen des Kopfkissens schreiben? Finde von Cocoon zwar viele Modelle, aber kein so leichtes .. das wäre super …
    Schöne Grüße

    1. Hallo Gabi,
      das nennt sich Cocoon Microlight Air-Core Travel Pillow. Ich hab’s von Globi, auch wenn es im Online-Shop gerade nicht auftaucht – gibt’s aber auch woanders!

  2. Viel Spaß auf der Tour. Ich bin wieder gespannt auf deine Berichte .
    Grüße Eberhard

    PS. Dann kann ich ja Deine Steigeisen ausleihen.

  3. Man wundert sich, was man alles noch optimieren kann…
    Ich drücke dir die Daumen für eine tolle und erfolgreiche Tour. Und freue mich schon auf die neuen Blog-Beiträge 🙂

  4. Hallo, Thomas, einfach super gut durchdacht! Kompliment! Ich schwöre sowieso seit einigen Jahren auf Osprey Rucksäcke (und auch Trolleys! ) , sie sind unübertroffen in Tragekomfort und Gewicht.
    Viel Glück beim Start und vor allem kein Extrem -Wetter, weder nach unten noch nach oben….

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