Wo Deutschland voller Fachwerk steht

Der gestrige Abend stand mal wieder unter kulinarischen Sternen. Erst lud Thomas Ludolph vom AKHD Kassel mich zum Essen ein und anschließend saß ich noch mit meinen Warmshowers-Gastgebern Doris und Eckhard zu einem Glas Wein und guten Gesprächen zusammen, bis sich herausstellte, dass Eckhard ebenfalls Whiskey-Fan ist! Nach dem Frühstück heute morgen gibt er mir jedenfalls noch ein Päckchen mit auf den Weg und ich ahne schon, was es ist, bevor ich es am Abend auspacke: ein Fläschchen Tân y Ddraig, ein walisischer Single Malt mit Madeira Finish, der mir gestern Nacht ungemein rund und fruchtig die Kehle herunter rann. Eigentlich hat diese Reise ja einen ganz anderen Zweck, aber nach dem fassstarken Single Cask, den mir Anne vom AKHD Recklinghausen mit einem schönen Gruß von ihrem Mann mitgegeben hat, ist dies nun der zweite Whisky, der mein Gepäck beschwert – ok, es gibt Schlimmeres! 🙂

Heute morgen z. B. wollte der HNA, der Hessisch-Nassauer Anzeiger um 9:30 Uhr zu einem Fototermin erscheinen, der für den Kasseler AKHD gleich doppelt interessant war (wobei ich davon ausgehe, dass meine Promotion Tour der eine Aspekt ist). Maurers Baikschopp, ein über die Stadtgrenzen hinaus bekannter und renommierter Fahrradhändler, überreicht dem Dienst einen Scheck über € 2.000,- und will weitere regelmäßige Zuwendungen leisten! Nur: wer nicht kam, war der HNA!

Mit Angelika Becker und Thomas Ludolph vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Kassel / Nordhessen – so die offizielle Bezeichnung

So bin ich dann später als geplant erst gegen 10:30 Uhr bei leichtem Regen und 21 Grad unterwegs. Aber der Regen hört bereits kurz hinter Kassel auf und schaut im Laufe des Tages nur ganz kurz immer mal wieder vorbei. Heute ist dann kaum etwas los auf dem Fuldaradweg. Ruhig und einsam spule ich meine Kilometer ab – ich mag das! Ab und an säumen Apfel- und Birnbäume den Weg und versorgen mich mit einem zweiten Frühstück. Bei Guntershausen wird es lauter: hier schnattert mir eine Horde glücklicher Gänse aufgeregt entgegen, kommt näher, als ich anhalte und stellt sich in Pose. Vielen Dank! Gut, dass ihr nicht wisst, dass auch ihr mal als Braten endet. Aber immerhin habt ihr bis dahin artgerecht gelebt!

Zweites Frühstück!
Glückliche Gänse!

Und unterwegs immer wieder Fachwerkstädtchen, die sich hier die Fulda entlang ziehen. Z. B. Melsungen, oder Rotenburg (ja, gibt’s auch an der Fulda!). Wer Fachwerk liebt, gerät hier ins Schwärmen, auch wenn manche Bausünden in Form überdimensionierter Schaufenster, denen die Gefache im Erdgeschoss weichen mussten, nicht zu übersehen sind.

Plötzlich endet der Radweg am Ufer der Fulda. Den Weg über den Fluss muss man sich mühsam erarbeiten. Wieder wird gekurbelt, nur diesmal von Hand, um nämlich den Korb der Seilfähre, der max. 2 Personen mit Rädern fasst, hinüber schweben zu lassen. Ich fürchte, heute Abend habe ich mal Muskelkater in den Armen, völlig ungewohnt!

Hier noch eine Fotogalerie aus Rotenburg an der Fulda:

Die Nacht verbringe ich in einem Hotel in Bebra. Das Rad parkt im Veranstaltungssaal – der vereinsamt sonst (natürlich wegen Corona). Übrigens zahle ich die Hotelnächte natürlich selber. Nicht, dass jemand meint, das ginge als Spesen von den Spendeneinnahmen ab, die ich mit dieser Tour generieren will. Wer noch spenden mag (ja, bitte!), findet alle Infos zum Wie auf der “DKHV Promotion Tour”-Seite.

Gute Nacht, mein Rad! Das ist doch mal eine stilvolle Nacht!

One Reply to “Wo Deutschland voller Fachwerk steht”

  1. Hallo Thomas,
    Fulda-Radweg ist ein wunderschöner Abschnitt! Letztes Jahr auf unserer Hannover-Gardasee-Tour fuhren wir auch da lang.
    Viele Grüße,
    Nadja und Sebastian

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