Idylle pur

Nach einer Tourpause, der ersten von dreien, geht es heute von Göttingen nach Kassel. Mit den Tourpausen hat es folgende Bewandnis: Am 29. August sollte ursprünglich das Jubiläumskonzert meines Gospelchores S(w)inging Chariot stattfinden. Das wollte ich natürlich mitsingen und wer ein Konzert mitsingen will, sollte auch an den vorherigen Proben teilgenommen haben. Also habe ich drei Unterbrechungen in den Tourplan eingearbeitet, an denen das Rad an den jeweiligen Standorten stehenbleibt, während ich mit dem Zug nach Hause und später wieder zurück fahre.

Tourplanung am Vorabend in den Göttinger Diensträumen

Um 8:15 starte ich in Göttingen bei kühlen 18 Grad und Nebel. Bald schon reisst der auf, die Sonne kommt hervor, aber ich fahre meist schattig auf einem Bahntrassenradweg durch den Wald. Einziger Wermutstropfen: das Ganze ist etwas mückenlastig – Pausen verboten! Bis 10 Uhr hat die Sonne sich vollends durchgesetzt und die Luft wird schon wieder dick, obwohl das Thermometer erst 22 Grad anzeigt. Die Route ist heute vom Feinsten: ganz einsame Wege, mal im Wald, mal über Felder, keine Straßen, selten andere Menschen, nur ab und an mal ein Gehege mit Schafen, Ziegen, Hühnern oder auch einem Esel. Und natürlich Kühe. Und die beäugen mich wiederkäuend ganz neugierig und fragen sich sicher, warum die komische Figur auf dem Rad sich bergauf eigentlich so anstrengt, wo doch das Leben so einfach und unanstrengend und dabei trotzdem erfüllend sein kann!

Nach einer langen Abfahrt bin ich am frühen Mittag in Hannoversch-Münden. Natürlich fahre ich wieder zum Weserstein, an dem Fulda und Werra sich zur Weser vereinen. Hier war ich zuletzt vor 11 Jahren. Im Ort ist die Altstadt mit ihrem geschlossenen Fachwerk-Ensemble nach wie vor wunderschön. Einzig das Rathaus im Stil des Weserbarock sticht noch daraus hervor. Als ich auf den Platz vor dem Rathaus einbiege, werde ich mit Glockenspiel empfangen! Ey, danke! Aber das wäre doch echt nicht nötig gewesen! – Ach so, es ist 12 Uhr!

Am Weserstein

Hier einige Fotos aus Hannoversch-Münden:

Auf dem Fuldaradweg ist es mit der Einsamkeit vorbei, viele Radfahrer sind hier unterwegs. Kein Wunder, es ist Sonntag, der Weg fährt sich hervorragend, es bleibt straßenfrei. Nur die Sonne knallt wieder mit 31 Grad und es ist arg schwül, man fährt durch eine dicke, warme Wand. Aber auch auf der Fulda ist viel los: Motorboote, Stand-Up-Paddler, Kanus, selbst ein Floss ist hier unterwegs.

In Kassel beziehe ich mal wieder ein warmshowers-Quartier und genieße zuerst die Dusche, bevor ich mich am Abend mit Thomas vom Kasseler Dienst zum Essen treffe.

2 Replies to “Idylle pur”

  1. Wie keine Fotos von Göttingen? 2 Jahre meines damals noch jungen Lebens habe ich der Stadt geopfert und so hässlich ist sie nun wirklich nicht… auch wenn ich schon lang nicht mehr da war, wird das hoffentlich stimmen.
    Grüße
    Gerald

    1. Das stimmt bestimmt! Allerdings ist das Büro des AKHD, in dem ich übernachtet habe, etwas außerhalb der Innenstadt. Und leider bleibt das Sightseeing auf dieser Tour aus Zeitgründen manchmal auf der Strecke. Priorität hat der Besuch – und damit die Verbindung – aller Ambulanten Dienste des Deutschen Kinderhospizvereins.

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