6 Replies to “EuroVelo9 presentation on 9 January”

  1. Hallo Thomas!

    Wir möchten Sommer 2019 den Eurovelo 9 von Graz nach Kroatien fahren und wüssten gern, inwiefern er beschildert ist, ob es sich um Radwege handelt, oder die Route auf (stark befahrenen?) Straßen verläuft,… Vielleicht hast du auch andere Tipps für uns? Was sollten wir unbedingt sehen (Abstecher machen) oder was besser auslassen? Abgesehen davon, dass wir deinen aufwändigen Vortrag verpasst haben, sind wir leider nicht “ums Eck” von dir, sondern in Österreich. Es wäre für uns von unschätzbarem Wert, wenn du uns ein bisschen an deiner Erfahrung teilhaben lassen könntest, da wir online bisher noch gar nichts dazu gefunden haben (nur eine Website, die seit 2013 sagt, dass der Streckenteil in Slovenien “in Planung” sei 🙁 ) und auch noch niemand gefunden haben außer dir, der sie schon gefahren ist – und davon berichtet kann…

    Alles in Liebe, Iska

    1. Hallo Iska,

      ich habe erst überlegt, ob ich dir eine private email schreibe, da die Antwort zwangsläufig recht lang ist, aber vielleicht ist sie ja auch für andere EV9-Aspiranten interessant, deshalb: hol dir mal eine Tasse Kaffee und dann gibt’s was zu lesen 😉

      ich vermute mal, dass ihr von Graz aus direkt nach Süden fahren wollt, um an der slowenischen Grenze auf den EV9 zu stoßen. Schade, dass ihr dabei das Hundertwasser-Areal in Bad Blumau umgeht, aber das kennt ihr als Einheimische ja wahrscheinlich schon. Sonst würde ich sagen: Must See!
      Also Slowenien: Es gab bis letztes Jahr keine durchgängige EV9-Beschilderung, ab der Grenze ist es erst einmal der Radweg Nr. 1, die Beschilderung wechselt allerdings – ich bin hier i. W. nach Navi gefahren (dazu weiter unten noch eine Anmerkung). Die ersten Kilometer bis Maribor sind nicht besonders prickelnd, z. T. autobahnparallel, aber immerhin entweder auf kleinen Straßen oder separatem Fahrradstreifen. Maribor hat eine nette Altstadt, auch soll der Stadtteil Lent (direkt an der Drau) sehenswert sein, den habe ich aber nur von der Brücke aus betrachtet.
      Dann folgen meist kleine Straßen bis Slovenska Bistrica und durchs Pohorje (das Bachergebirge, das ich in meinem Blog fälschlicherweise als Ausläufer der Karawanken bezeichnet habe). Auch nach Celje im Savinja-Tal fährt man meistens auf der anderen Talseite als die Autos. Allerdings ignoriert der EV9-Track hier mitunter einige Höhenlinien, so dass ich doch ab und an auf der Straße (dann ohne Radweg!) geradelt bin. Alles in allem eine landschaftlich sehr schöne Etappe!
      Im Savetal, in das man ab Hrastnik kommt, muss man leider der doch stärker befahrenen Bundesstraße 108 folgen – landschaftlich großartig,aber kein Radweg, keine Alternative! Für das subjektive Sicherheitsgefühl hilft eine Poolnudel quer am Gepäckträger oder ein dicht belaubter Zweig aus dem Wald. Erst kurz vor dem Ort Sava kann man über eine alte Holzbrücke die Talseite wechseln und fährt wieder auf kleinen Sträßchen mit wenig Verkehr.
      Dann zieht es sich etwas bis Ljubljana, aber die Stadt ist wieder absolut sehenswert. Hier würde ich auf jeden Fall einen Tag Pause mit Sightseeing einplanen!
      Hinter Ljubljana bin ich ab Podpec nicht dem EV9-Track gefolgt, da der bis Postojna ein ziemlich heftiges Höhenprofil aufweist. Hier bin ich einem Tipp folgend immer am (in Fahrtrichtung linken) Rand der Ebene über Borovnica nach Vrhnika und dann weiter nach Logatec geradelt. Die nächste Etappe über Planina nach Postojna ist wieder landschaftlich herrlich und ruhig.
      Postojnska jama: die Höhlen sind sehr kommerziell, nicht billig, aber absolut sehenswert!
      Skocjanske jama: nicht so kommerziell, auch nicht billig und mindestens genauso sehenswert – viel Zeit einplanen: die Besichtigung inkl. Rundweg durch die Velika dolina dauert ca. 3,5 std! (es gibt Fahrradständer und abschließbare Gepäckspinde am Höhleneingang).
      Über Crni Kal und kleine Sträßchen nach Koper. Vorher triffst Du auf die Parenzana – und das ist (in Slowenien) Radfahren vom Feinsten: autofrei und asphaltiert. Auch Koper lohnt sich, auch wenn der EV9-Track es rechts liegen lässt! Es ist einfach der erste mediterrane Ort der Tour und mit einer hübschen Altstadt.
      Bis zur Grenze bleibst Du absolut gechillt auf der Parenzana!
      Dann Kroatien: hier ist EV9-technisch noch gar nichts passiert! Keine Schilder, keine Trasse! Der Track folgt hier i.W. der Küstenstraße und das heißt: viel Verkehr und kein Radstreifen. Ich bin deshalb weiter Parenzana gefahren auch wenn die in Kroatien nur noch geschottert ist. Landschaftlich ist sie großartig! Allerdings bin ich wieder aufgrund eines Tipps in Livade von der Parenzana runter, da der weitere Verlauf noch schlechter ausgebaut sein soll – ob’s stimmt, weiß ich nicht. Vielleicht suchst Du noch nach Parenzana-Berichten, davon sollte es im Netz einige geben! Bis Livade jedenfalls mit einem Trekkingbike und breiten Reifen (ich fahre 2,5-Zöller) gut machbar, auch wenn man ansonsten eigentlich nur Mountainbiker trifft.
      Ab Porec ist aber auch mit Parenzana Schluss, hier bleiben dir kleinere Sträßchen, mitunter sog. “white roads” (Schotterstraßen), wenn du dich nahe an der Küste hälst. Ab Klostar geht dann aber kein Weg mehr an der Küsten(haupt)straße vorbei, da du um den Limskikanal herum musst. In der Folge gibt es immer mal wieder die Möglichkeit, parallel über “white roads” zu fahren, aber bis Pula musst du dich schon an mehr Autoverkehr gewöhnen!

      Grundsätzliches zu Tracks im Netz: Egal, ob sie auf etablierten Seiten wie http://www.biroto.eu oder auf privaten Seiten stehen: Du kannst sie eigentlich immer nur als Basis nehmen. Schon, wenn Du die Routen z. B. in andere Routenplaner wie z. B. GPSies lädst (www.gpsies.com), findest Du Abweichungen zu den eingezeichneten Radrouten. Dazu kommt, dass sich Routen auch vor Ort schon mal verändern, weil die Gemeinden da eine gewisse Gestaltungsfreiheit haben. Und dann verlässt man sich tatsächlich meist besser auf die Schilder vor Ort als den eingespeicherten Track!

  2. Hallo Thomas,
    dein Vortrag am 9. Januar war fantastisch, sehr kurzweilig und technisch brilliant.. Da ich auch schon in anderen Zusammenhängen Vorträge mit Bildern und Videoclips erzeugt habe, kann ich mir vorstellen, wieviel Vorbereitungszeit du für diesen Abend hattest. Respekt!
    Jetzt habe ich auch deine wunderbare Homepage kennengelernt und bin nochmals begeistert.
    Ein kleiner Tipp in anderer Angelegenheit:
    Wenn du nochmal mit dem Fahrrad fliegst und nicht weißt wohin mit den Pedalen…
    einfach außen am Pedalarm abschrauben und innen wieder anschrauben. Verhindert auch,
    dass sich die Peadlarme ungewollt drehen. Vorher aber auf den kleinsten Gang schalten, damit die Kette
    möglichst nah am Rahmen liegt.
    Viele Grüße

    1. Hallo Klaus,
      vielen Dank für das große Lob! Und ja, so ein Vortrag ist nicht mal eben zwischen Frühstück und Mittagessen gemacht, aber wenn’s mir keinen Spaß machen würde, tät ich’s auch nicht. 🙂
      Was die Pedale anlangt: nachdem ich’s beim ersten Flug noch nicht besser wusste, habe ich das bei den EV9-Flügen tatsächlich genauso gemacht, wie Du es vorschlägst; nur auf den Gang hatte ich noch nicht geachtet, aber man lernt ja immer noch dazu 😉

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