Whisky-Tasting auf Schloss Kyrburg

Was ein Whisky-Tasting mit Rad oder Fuß zu tun hat? Naja, eigentlich nichts. Und falls doch mal, dann sollte man unbedingt auf die richtige Reihenfolge achten! 😉 Warum das hier trotzdem erscheint, hat einen ganz einfachen Grund: Dieser Blog entstand mit Ende meines aktiven Arbeitslebens, das ich mit einer Heimfahrt von Hannover nach Bonn (natürlich mit dem Rad) abgeschlossen habe. Davor gab es einen Ausstand, bei dem ich reichlich beschenkt wurde – u.a. mit einem Gutschein für ein Whisky-Tasting auf Schloss Kyrburg in Kirn an der Nahe. (Hallo, liebe Ex-Kollegen, dieser Beitrag ist vor allem für Euch! 😀 )

Nun war die Frage: welches Tasting? Die Kyrburger bieten ein vielfältiges Programm – s. hier. Nach einem Schottland-Urlaub 2012 hatte ich angefangen, mich mit schottischen Whiskys zu beschäftigen, aber wie es außerhalb der Highlands und der Speyside schmeckt? Keine Ahnung (von irischen Ausflügen in meiner Studentenzeit mal abgesehen)! Also wollte ich nun mal sehen – oder besser schmecken – was es so beispielsweise mit kanadischen oder japanischen Whiskys auf sich hat. Das Tasting der Wahl hieß damit “The world of whisk(e)y”.

Aber zunächst werden alle Teilnehmer im Burghof mit einem Whisky-Cocktail und Live-Musik mit Dudelsack und Laute begrüßt. Die 1128 erstmals erwähnte Kyrburg wurde durch die Geschichte zur Ruine gemacht, die heute als Kulisse für Konzerte, Theater und Opern dient. Erhalten ist aber noch das ehemalige Garnisonshaus aus dem 18. Jhd., in dem sich jetzt ein Restaurant und eben das Whisky-Museum befinden.

Whisky-Cocktail im Burghof

Der Piper mit einem Quaich, einem traditionellen schottischen Whisky-Trinkgefäß

Nach der Begrüßung gibt es ein dreigängiges Menü über ca. zwei Stunden: lang genug, um seine Tischnachbarn kennzulernen und opulent genug, um eine ausreichende Grundlage für das anschließende Tasting zu schaffen.

Und da stehen sie dann vor uns: 7 (!) Whisk(e)ys aus Japan, Irland, Schottland, Kanada und den USA. Die nächsten zwei Stunden sind sehr kurzweilig, was beileibe nicht (nur) an der Alkoholmenge liegt. Horst Kroll, der durch das Tasting führt und das Whiskymuseum seit über 25 Jahren leitet, ist in der Whisky-Welt auf allen Kontinenten vernetzt und ist nicht nur mit jedem einzelnen Whisky per Du, sondern offenbar auch mit den Destillerien und den Menschen, deren Leidenschaft die Produktion des “Wasser des Lebens” ist. Rund 5.200 Whisk(e)ys werden in 150 Ländern produziert. Allein in Deutschland gibt es aktuell 356 Destillerien, die (zumindest unter anderem) Whisky produzieren.

Das Abendprogramm

Horst Kroll in seinem Element

Es wird geschnüffelt und geschmeckt

Mit einer Unsitte wird übrigens schon beim ersten Glas aufgeräumt: Whisky wird nicht geschwenkt! Das löst nur den Alkohol und verdeckt die Aromastoffe, wie uns ein paar angeleitete “Schnüffelproben” eindrücklich demonstrieren! Sehr schön sind auch die eingestreuten Videoclips z. B. zur Fassherstellung, während die gesammelten Commercials von William Lawson’s die Lachmuskeln strapazieren: unbedingt ansehen!

Zum Abschluss gegen Mitternacht gibt es dann noch eine Gulaschsuppe und ein Teilnahme-Zertifikat (und ich dachte, dass hätte ich mit dem Ende meines Berufslebens hinter mir 🙂 )

Wer jetzt noch wissen will, welche Whiskys wir getrunken haben:

  • Yamazaki: Japan, 43%
  • Tyrconnell: Irland, 10 Jahre, 46%, Port Cask
  • Highland Park: Schottland, 18 Jahre, 43%, Second fill Sherry
  • Pike Creek: Kanada, 10 Jahre, 42%, Rum Barrel
  • Heaven Hill: USA, 10 Jahre, 52,1 %, Bourbon Barrel
  • Laphroaig: Schottland, 48%, Triple Wood: Bourbon, Sherry, Quarter Cask

und hier noch ein paar Eindrücke aus dem Whisky-Museum, in dem auch die Verkostung stattfindet:

2 Replies to “Whisky-Tasting auf Schloss Kyrburg”

  1. Damals war’s von Hannover nach Bonn, jetzt von Hangover nach Bonn 😉
    Ich hoffe es hat geschmeckt und war gestreich.

    1. Nix Hangover – war alles Qualitäts-Alkohol! Und wenn man das nicht so macht wie die Jungs am Nebentisch, für die zu jedem Whisky offenbar ein Bier dazu gehört, dann hat so ein Tasting auch keine Nebenwirkungen 🙂 Mir hats jedenfalls so viel Spaß gemacht, dass ich das bestimmt nochmal (mit einem anderen Schwerpunkt) wiederhole!

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