Das Prebischtor

Prebischtor? Was ist das? Immerhin der größte natürliche Sandstein-Torbogen Europas und damit der Grund für unsere Station in Hrensko bzw. Janov, wo wir letztlich tatsächlich gelandet sind. Schon der Weg von Mezni Louka entlang des Höhenrückens des Böhmischen Sandsteingebirges auf dem sog. Gabrielnsteig ist eine tolle Wanderung, garniert mit fantastischen Felswänden und -türmen, herrlichen Erosionslöchern, die quasi zum Klettern einladen (in der Kernzone des Naturparks aber verständlicher Weise nicht erlaubt!), mit Trichtern im Sand nicht nur vom Abtropfen der Felsen, sondern auch von Ameisenlöwen und mit Mengen von Wanderern wie uns – es ist Samstag und die Sonne scheint!

Zweischalige Holzbauweise in Janov

Auf dem Gabrielnsteig von Mezna Louka zum Prebischtor

Am Prebischtor (Pravicka brana) selber gibt’s natürlich noch mehr Volk, aber wer das nicht will (wir zum Beispiel), muss halt antizyklisch gehen – im Herbst / früh morgens / spät abends (wollen wir momentan aber auch nicht) – oder damit leben (machen wir dann eben 🙂 ). Das Tor selber war früher begehbar und durch eine Brücke angebunden. Aber die Füße von 250 Jahren haben ihre Spuren im zwar 100 Mio Jahre alten, aber doch weichen Sandstein hinterlassen: eine 60 cm tiefe Rinne, woraufhin der Zugang 1982 versperrt und die Brücke abgerissen wurde. Immerhin besuchen rund 100.000 Menschen jährlich das Tor. Darüber freut sich natürlich auch der Traditionsgasthof am Fuß des Tores – sitzen kann man unmittelbar unter dem Torbogen, der sich dann 16 m über  den Tischen über 26 m weit aufspannt.

Das Gasthaus am Prebischtor ist an und in die Felsen gebaut

Das Prebischtor: 26,5 m Spannweite, 16 m lichte Höhe, max. 8 m breit und 3 m stark

Nachdem wir uns ausgiebig satt gesehen haben, laufen wir nach Hrensko hinunter und biegen gleich links ab in die Kamnitzklamm. Hier hat ein eher kleiner Fluss eine tiefe Schlucht mit teils senkrechten Wänden in den Sandstein gegraben. Ein Teil der Schlucht ist zu Fuß unpassierbar. Hier gibt es statt dessen einen Fährbetrieb mit Kähnen, die von einem Bootsführer gestakt werden. Auch hier sind Massen unterwegs, aber auch hier bereuen wir es nicht, uns ihnen angeschlossen zu haben. Das Licht des späten Nachmittags lässt das noch frühlingshafte Grün nicht nur der Laubbäume, sondern auch der Farne auf den Felsen erstrahlen. Wir sehen Bach- und uns bis dato unbekannte Gebirgsstelzen, leider nicht die ebenfalls hier vorkommende Wasseramsel oder den Eisvogel.

In der Kamnitzklamm

In der Kamnitzklamm

In der Kamnitzklamm: die Kähne werden mit 5 m langen Stangen gestakt.

Nach dem Aufstieg aus der Klamm zurück nach Janov schmeckt die Pizza nochmal so gut!

23 km / 920 Hm

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